Neuer Immobilienzyklus in den USA: Chancen für Investoren
Die USA sind nicht nur die größte Volkswirtschaft der Welt, sondern auch Heimat des global bedeutendsten Immobilienmarkts. Der Wohnimmobilienbereich allein wird auf etwa 100 Billionen Euro geschätzt. Zusammen mit Gewerbeimmobilien machen die USA über 40 Prozent aller professionell verwalteten Immobilienanlagen weltweit aus. Besonders gefragt sind Mietwohnimmobilien und das aus gutem Grund: Der Immobilienmarkt tritt in einen neuen Zyklus ein, der professionelle Investoren aufhorchen lässt.
Wohneigentum kaum noch bezahlbar
Die gestiegenen Hypothekenzinsen und rekordhohe Kaufpreise machen Wohneigentum für viele Amerikaner unerschwinglich. Während der durchschnittliche Hauspreis seit der Finanzkrise 2009 von rund 209.000 auf etwa 440.000 Dollar stieg, explodierten auch die Finanzierungskosten. Ein gehobenes Haus kostete 2019 im Schnitt rund 2.100 Dollar monatlich. Heute sind es über 3.100 Dollar. Mieten entwickelten sich dagegen moderater: von 1.480 auf 1.754 Dollar im selben Zeitraum.
Mietwohnungen gefragter denn je
Der Leitzins für 30-jährige Hypotheken stieg von unter 3 Prozent im Jahr 2020 auf aktuell über 7 Prozent. Viele Haushalte verzichten deshalb auf einen Immobilienkauf und bleiben länger in Mietverhältnissen. Verstärkt wird dieser Trend durch das stetige Bevölkerungswachstum: Von rund 250 Millionen im Jahr 1990 ist die US-Bevölkerung auf fast 350 Millionen angewachsen und ein Ende ist nicht in Sicht. Der Bedarf liegt bei etwa drei Millionen zusätzlichen Einfamilienhäusern jährlich.
Junge Generation verändert den Wohnmarkt
Über 140 Millionen Amerikaner gehören zur Generation Z oder den Millennials, also jenen, die zwischen 1981 und 2020 geboren wurden. Diese Gruppen werden bis 2030 etwa zwei Drittel der Erwerbstätigen stellen. Ihre Wohnvorstellungen unterscheiden sich stark von denen früherer Generationen: Sie wünschen sich mehr Flexibilität, legen großen Wert auf Ausstattung, Service und Gemeinschaft, möchten sich jedoch nicht frühzeitig binden. Der Wohnstil wird zunehmend zum Ausdruck individueller Lebensführung.
Bautätigkeit geht zurück – Nachfrage bleibt hoch
Nach einem Bauboom bis etwa 2024 ist die Zahl neuer Mietwohnungsprojekte drastisch gesunken. Aktuell um 59 Prozent gegenüber dem Höchststand von 2022. Selbst im Vergleich zum Durchschnitt der letzten Jahre liegt sie noch um 35 Prozent niedriger. Damit trifft eine steigende Nachfrage auf ein knappes Angebot. Dieses Umfeld bietet Investoren stabile Einnahmen und Wachstumspotenzial.
Neue Wohnformen gewinnen an Bedeutung
In den USA entwickeln sich innovative Wohnformen dynamisch weiter. Neben Micro-Apartments und Shared Living werden zunehmend auch Einfamilienhäuser zur Miete angeboten. Doch vor allem ein Segment rückt immer stärker in den Fokus professioneller Investoren: studentisches Wohnen.
Studentisches Wohnen als Zukunftsmarkt
Gerade an den führenden 60 Universitäten der USA wächst die Zahl der Studierenden stetig – seit 2014 um fast 12 Prozent. Die Nähe zum Campus, attraktive Ausstattung und Services machen moderne Studentenwohnanlagen besonders begehrt. Einrichtungen mit Fitnessstudio, Gemeinschaftsflächen, Pool oder Barbecue-Zone erhöhen die Attraktivität deutlich.
Ebenso wichtig: ein gut durchdachtes Community-Konzept mit Freizeit-, Sport- oder Kochabenden. Nachhaltigkeit spielt für diese Zielgruppe ebenfalls eine große Rolle. Energieeffizienz und umweltfreundliches Bauen gehören heute zum Standard. Nur wer diese Erwartungen erfüllt, wird langfristig erfolgreich vermieten können.
Fazit: Mit Weitblick investieren
Der neue Immobilienzyklus in den USA wird von strukturellen Veränderungen in Gesellschaft und Markt getrieben. Wer frühzeitig auf stark nachgefragte Segmente wie studentisches Wohnen setzt und auf durchdachte Konzepte und gutes Management vor Ort achtet, kann von überdurchschnittlichen Mietrenditen und einer nachhaltigen Wertentwicklung profitieren.
Celine Winter
2nd Gen Principal
(W5 Group)

