US-Mietwohnmarkt 2025: Stabiler Anker trotz globaler Unsicherheit
Der US-amerikanische Markt für Mietwohnanlagen behauptet 2025 erneut seine Rolle als stabiler Anker für Kapitalanlagen. Während geopolitische Spannungen und wirtschaftliche Unsicherheiten weltweit zunehmen, zeigt sich insbesondere das Mietwohnsegment als widerstandsfähig und langfristig attraktiv. Ein anhaltend hoher Nachfrageüberhang trifft auf ein sinkendes Angebot – eine Kombination, die vielerorts zu steigenden Mieten und stabilen Renditen in den USA führt.
Makroökonomisches Umfeld: Politische Volatilität trifft wirtschaftliche Stabilisierung
Zu Jahresbeginn 2025 überwog in den USA zunächst Optimismus: Die Aktienmärkte legten zu, die Inflation stabilisierte sich, und auch das Transaktionsvolumen im Immobiliensektor stieg spürbar an. Doch die wirtschaftspolitischen Maßnahmen der Trump-Administration – insbesondere neue Zölle und Handelsabkommen – sorgten global für Verunsicherung. Viele Investoren verfolgen seither eine abwartende Strategie, bevor sie langfristige Kapitalentscheidungen treffen.
Fundamentaldaten sprechen für Mietwohnanlagen
Trotz dieses Umfelds überzeugt der Mietwohnsektor mit soliden Fundamentaldaten. Die landesweite Vermietungsquote lag zum Ende des ersten Quartals 2025 bei 95 Prozent – ein Wert, der in den letzten 15 Jahren nur viermal erreicht oder übertroffen wurde. Gleichzeitig bleiben die Mieten stabil bis steigend, getragen von einer historisch hohen Nachfrage.
Neubauaktivität stark rückläufig – der Bauzyklus ist beendet
Der vorangegangene Bauboom infolge historisch niedriger Zinsen in den Jahren 2020/21 führte 2023 und 2024 zu einer Rekordzahl an Fertigstellungen. Mit dem Anstieg der Finanzierungskosten um über 500 Basispunkte während der Bauphase kam die Neubautätigkeit jedoch fast vollständig zum Erliegen. Im ersten Quartal 2025 sank die Zahl neuer Bauprojekte in vielen Metropolen im Jahresvergleich um 40–70 Prozent. National liegt die Neubaurate auf dem niedrigsten Stand seit 15 Jahren.
Prognosen gehen für das Gesamtjahr 2025 von einem Rückgang der Fertigstellungen um 42 Prozent aus – der niedrigste Wert seit über einem halben Jahrzehnt. Der Bauzyklus ist abgeschlossen, eine neue Angebotswelle nicht in Sicht.
Rekordnachfrage trifft auf Angebotsknappheit
Gleichzeitig verzeichnete der Markt 2024 eine Nettoabsorption von 667.000 Einheiten – das 2,2-fache des Vor-Corona-Durchschnitts. Auch das erste Quartal 2025 setzte neue Maßstäbe bei der Erstquartalsnachfrage. Zwei strukturelle Faktoren treiben diese Entwicklung: Begrenzter Zugang zu Eigentum, da sich rund 70 Prozent der US-Haushalte aktuell den durchschnittlichen Hauspreis von 430.000 US-Dollar nicht leisten können, und der Kostenvorteil einer Anmietung. Denn die monatliche Belastung durch Hypotheken liegt derzeit über 1.200 US-Dollar höher als die Durchschnittsmiete und das ohne Zusatzkosten wie Steuern, Versicherungen und Instandhaltung.
Neue Realität: Mieter bleiben länger – und verdienen mehr
Der Markt wird zunehmend von strukturellen Veränderungen geprägt. Mieterinnen und Mieter bleiben länger in Mietverhältnissen – das Durchschnittsalter von Erstkäufern liegt in den USA inzwischen bei 38 Jahren. Gleichzeitig steigen die Haushaltseinkommen. In den letzten 27 Monaten wuchsen die Löhne durchgehend stärker als die Mieten, wodurch Mietwohnungen real wieder leistbarer wurden, trotz nominaler Mietsteigerungen.
Fazit: Langfristiges Potenzial in unsicheren Zeiten
Trotz kurzfristiger makroökonomischer Schwankungen bietet der US-Markt für Mietwohnanlagen ein überzeugendes Umfeld für langfristig orientierte Investoren. Die Kombination aus sinkendem Neubau, strukturell bedingter Rekordnachfrage und verbesserter Leistbarkeit schafft attraktive Rahmenbedingungen. Der Mietwohnsektor etabliert sich damit als stabiler, wachstumsfähiger Bestandteil in einem diversifizierten Immobilienportfolio – besonders in Phasen politischer Unsicherheit und geldpolitischer Neuorientierung.
Jay Remillard
Executive Managing Director
CP Capital US

