„Veränderte Warenströme und neue Lieferketten – Auswirkungen auf den Logistiksektor in Deutschland“

Veränderte Warenströme und neue Lieferketten – Auswirkungen auf den Logistiksektor in Deutschland

 

Ein Fachbericht von Dr. Kilian Mahler, Managing Director, Periskop Logistics

Die stabile Investorennachfrage spiegelt das wachsende Interesse an Logistikimmobilien als krisenresistente und zukunftssichere Anlageklasse wider. Die Branche profitiert von strukturellen Veränderungen in den Lieferketten und der zunehmenden Bedeutung regionaler Lager, wodurch Logistikimmobilien zu wichtigen Knotenpunkten resilienter Wertschöpfungsketten werden. Globale Lieferkettenkrisen und protektionistische Maßnahmen, vor allem US-Zölle, haben die Lagerstrategien vieler Unternehmen verändert. Statt „Just-in-Time“ setzen sie auf „Just-in-Case“, um Lieferausfälle zu vermeiden. Dadurch steigt der Bedarf an Lagerflächen und treibt die Nachfrage nach Logistikimmobilien.

Weil Exporte durch Handelshemmnisse sinken, müssen überschüssige Produkte oft in Europa zwischengelagert werden. Besonders Logistikregionen wie Deutschland, die Niederlande und Polen profitieren, wo Immobilien als flexible Puffer dienen und Schwankungen in den Warenströmen ausgleichen.

Parallel rückt der EU-Binnenmarkt als stabilerer Absatzraum in den Fokus. Regionale Produktion und Fertigungsmodelle wie CKD erhöhen den Bedarf an dezentralen Lager- und Umschlagflächen. So entsteht ein widerstandsfähiges Liefernetzwerk, das von der Logistikimmobilienbranche unterstützt wird. Die Branche muss flexibel auf volatile Märkte reagieren.

Moderne Logistikimmobilien, die ESG-Kriterien erfüllen, gewinnen an Bedeutung – nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich. Nachhaltige Gebäude mit hoher Energieeffizienz, erneuerbaren Energien und moderner Wärmeversorgung erzielen höhere Nachfrage und bessere Preise.

Die Energieversorgung wird zum Schlüsselfaktor. Elektrifizierung, Wärmepumpen und CO₂-arme Technik senken den CO₂-Fußabdruck und reduzieren Betriebskosten. Steigende Energiepreise und verschärfte Regulierung verstärken diesen Trend. Immobilien, die diese Anforderungen nicht erfüllen, verlieren an Wert und Wettbewerbsfähigkeit.

Auch die Finanzierbarkeit verbessert sich: Banken und Investoren bevorzugen ESG-konforme Objekte, was Kapitalbeschaffung erleichtert und günstige Konditionen ermöglicht. Die Einhaltung von ESG-Standards ist damit entscheidend für Nutzung, Finanzierung und Verkauf.

Geopolitische Spannungen, Handelskonflikte und nachhaltige Transformationen verändern Lieferketten grundlegend. Sie fördern Regionalisierung, neue Produktionsstandorte und neue Anforderungen an Lagerhaltung. Moderne Logistikimmobilien werden so zu strategischen Knotenpunkten resilienter Liefernetzwerke.

Trotz Unsicherheiten bietet der Markt Chancen. Nach Preisbereinigungen und Renditesteigerungen auf bis zu 5 % ergeben sich gute Einstiegsmöglichkeiten. Sinkende Zinsen verbessern die Konkurrenzfähigkeit gegenüber anderen Anlageklassen. Indexierte Mietverträge lassen Mietsteigerungen von etwa 20 % in zehn Jahren erwarten. ESG-konforme Neubauten können Renditen von über 8 % erzielen.

Diese volatile Marktphase birgt Risiken und Chancen. Die besten Investments entstehen oft in Zeiten des Umbruchs – mit fundierten Entscheidungen. Der Logistikimmobilienmarkt bietet aktuell ein attraktives Zeitfenster, um von Veränderungen in Handel und Lieferketten zu profitieren. Logistikimmobilien gewinnen als zentrale Investition an Bedeutung, da sie Stabilität, Inflationsschutz und nachhaltige Wertsteigerung bieten.

Zudem eröffnet der Megatrend Digitalisierung neue Chancen: Automatisierte Lagertechnik, smarte Supply-Chain-Lösungen und datenbasierte Prozesse steigern Effizienz und Wert von Logistikstandort.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen zeigt sich der Logistikimmobilienmarkt im aktuellen Umfeld robust und nachfragestark. So bestätigt der Investmentmarktbericht „City Survey Q1 2025“ von Colliers, dass das Transaktionsvolumen in diesem Segment trotz globaler Unsicherheiten auf hohem Niveau bleibt.

Dr. Kilian Mahler,

Managing Director,

Periskop Logistics