»Wechsel von Zentralverwaltung oder AIFM in Luxemburg: Worauf sollten institutionelle Investoren achten?«

Wechsel von Zentralverwaltung oder AIFM in Luxemburg: Worauf sollten institutionelle Investoren achten?

Luxemburg ist einer der wichtigsten Fondsstandorte Europas, und auch zahlreiche institutionelle Investoren aus Deutschland nutzen Luxemburger Vehikel für die Kapitalanlage – beispielsweise in Real-Asset-Fonds der Assetklassen Immobilien, Infrastruktur oder Private Debt. Neben der Auflage neuer Fonds rückt dabei immer häufiger auch ein Wechsel der Zentralverwaltung oder der AIFM-Funktion für bereits bestehende Fonds in den Fokus. Der folgende Beitrag erläutert, welche Aspekte in diesem Zusammenhang besonders erfolgsentscheidend sind.

Veränderte Anforderungen, eine modifizierte Anlagestrategie mit neuen Anlageschwerpunkten oder auch Optimierungsbedarf im Bereich der Zentralverwaltung sind einige Gründe, die in Luxemburger Real-Asset-Fonds investierende institutionelle Investoren dazu veranlassen können, einen Wechsel der Zentralverwaltung beziehungsweise des Alternative Investment Fund Managers (AIFM) anzustreben. Aus der Perspektive deutscher Investoren stellt sich die Frage nach Optimierungsmöglichkeiten vor allem auch aufgrund der historisch gewachsenen Strukturen des Luxemburger Marktes, der von einer kleinteiligen Verteilung unterschiedlicher Zentralverwalter-Aufgabenbereiche auf unterschiedliche Anbieter geprägt ist. Das Erbringen von Leistungen im Bereich der Zentralverwaltung durch verschiedene Dienstleister erfordert zum einen mehr zeitliche und personelle Ressourcen für die Koordination untereinander und ist zum anderen auch mit zusätzlichen externen wie internen Kosten verbunden.

Weniger Koordinationsaufwand – flexiblere Reaktionsmöglichkeiten

Wird die gesamte Zentralverwaltung dagegen aus einer Hand angeboten, entfällt dieser zusätzliche Aufwand. Zudem kann der Zentralverwalter dann flexibler und schneller auf bestimmte Wünsche und Anforderungen der Kunden eingehen, weil dazu nicht erst die Abstimmung mit Dritten erforderlich ist.

Ein weiteres charakteristisches Beispiel für Optimierungsmöglichkeiten ist die Buchhaltung. Diese wird in Luxemburg bei mehrstufigen Strukturen bislang oft nur für einzelne Bereiche angeboten, nicht aber für die gesamte Struktur. Dies kann in der Praxis zu Qualitätsproblemen führen, die sich vermeiden lassen, wenn der entsprechende Dienstleister den Bedarf an Buchhaltungsleistungen für die gesamte Struktur auf allen ihren Ebenen abdeckt.

Komplexität als Chance

Um mit einem Wechsel des Zentralverwalters oder des AIFM tatsächlich die angestrebten Verbesserungen zu erzielen, sollten Investoren jedoch einige Punkte beachten. Zum einen sind bestimmte, mit einem Wechsel verbundene Herausforderungen in Luxemburg oft einfacher zu bewältigen als beispielsweise in Deutschland. Wenngleich der Prozess eines solchen Wechsels eine gewisse Komplexität mit sich bringt, bietet er doch die Chance, bestehende Strukturen zu hinterfragen und nachhaltige Effizienzgewinne zu realisieren. Insofern sollte die Komplexität nicht als Hindernis, sondern vielmehr als möglicher Ansatzpunkt für sinnvolle Optimierungsmaßnahmen verstanden werden.

Zum anderen sollte nicht übersehen werden, dass bestimmte mit einem Wechsel verbundene Herausforderungen in Luxemburg einfacher lösbar sind als beispielsweise in Deutschland. So wird ein Wechsel des AIFM in Luxemburg dadurch erleichtert, dass der AIFM dort typischerweise als reiner Dienstleister fungiert und – anders als in Deutschland – nicht im Grundbuch eingetragen ist.

Moderne IT-Lösungen sorgen für Höchstmaß an Transparenz

Bei der Auswahl eines neuen Zentralverwalters oder AIFM sollte vorab geprüft werden, dass diese ihre Klienten bei jedem einzelnen Schritt des Wechselprozesses ganzheitlich und fachgerecht unterstützen können. Ein weiteres wichtiges Auswahlkriterium sollte der mögliche Zugriff des Dienstleisters auf umfassende technische und personelle Ressourcen sein, der ein effizientes, schnelles und flexibles Agieren bei gleichzeitig enger Kundenbindung erlaubt.

Besondere Aufmerksamkeit sollten die verfügbaren IT-Strukturen und die vorhandenen Erfahrungen im Umgang mit regulatorischen Anforderungen erhalten. Mit geeigneten digitalen Lösungen lassen sich Prozesse durchgängig automatisieren – von der Berichterstattung bis zur Risikoanalyse. So werden auch die Anforderungen vieler Investoren adressiert, insbesondere in Bezug auf Risikoeinschätzungen, Portfolio Management und Bewertungen.

Wer den notwendigen Wechsel wagt, hat die Chance, mit zentraler Verantwortung und modernen IT-Lösungen Qualität, Geschwindigkeit und Flexibilität nachhaltig zu steigern.

 

Ilva Diaco, Conducting Officer Portfolio Management & Business Development, INTREAL Luxembourg

Jan-Hauke Fast, Conducting Officer Fund Administration & Finance, INTREAL Luxembourg